Eigene Gedanken zu Schweden

 

In  ca. 25 Jahren hat sich einiges angesammelt an Gedanken zum Land. Sollte es genug sein werde ich eine eigene Rubrik erstellen. Aber bis auf weiteres unter der Rubrik Sonstiges.

 

Fazit aus ca. 25 Jahren Schwedenurlaub. 

Wie kommt man überhaupt auf die Idee seinen Urlaub in Schweden zu verbringen? Alles fährt in den Süden in die Sonne und dann gibt es Leute die fahren in den Norden. Dort wo es kalt sein soll und das Wetter immer schlecht ist. Ja sicher ein Vorurteil welches nicht stimmt, aber der allgemeinen Meinung entspricht. Der Norden ist teuer und kalt. Wie kommt man also dazu seinen Urlaub im Norden zu verbringen? Das war bei mir so:

Am Anfang war der Fisch. Ja das war so. Als Angler war der Norden immer eine Sehnsucht wegen der großen Fische und der Menge, welche es dort geben sollte. Die Angler sind ein Volk für sich, 5 Stunden am Wasser keinen Fisch gefangen, aber es war ein schöner Tag.

Na ja mit Fisch wäre er schöner gewesen und mit einem großen Fisch natürlich noch schöner.

Unser erster Urlaub in Schweden war einfach toll. Das Wetter war eine Pracht, nur Sonne, nur freundliche Menschen. Vier Wochen wie man sich Urlaub vorstellt.

Was nicht ganz klappte war das Angeln. Fische gab es am Fluss vor dem Ferienhaus reichlich aber nicht die Richtigen. Wir wollten doch Forellen und Lachse fangen, aber es gab nur Hecht und Weißfische.

Der Kurs zur SKR war noch sehr hoch ca. 1 zu 3 und für uns deutsche Normalverbraucher war es ein ziemlich teurer Urlaub.

Aber eins stand schon nach einer Woche fest: Der nächste Urlaub wieder Schweden und so ist es auch bis heute geblieben.

 

Ich denke, dass wir bis heute mehr von Land gesehen haben wie die meisten Schweden. Bei unserem dritten oder vierten Urlaub in Schweden sagte unser Vermieter (Ragna) auf die Frage wie es weiter im Norden in Lappland ist: „Ach nur Mücken und Wilde mit 2 Messern in der Tasche.“  Was die Mücken betrifft, haben wir zweimal Glück gehabt, es waren keine da. Aber einmal haben wir wohl voll zugelangt und sind nach drei Tagen an die Küste geflohen. Ich wusste gar nicht, dass es soviel verschiedene Blutsauger gibt. Was die Wilden mit den Messern betrifft waren alle sehr freundlich und hilfsbereit.

Was mich immer verwundert hat war diese unwahrscheinliche Korrektheit der Schweden bei der Arbeit oder im Dienst.

Der Polizist oder der Mann vom Zoll haut dir während der Dienstzeit voll einen rein und lädt dich nach der Arbeitszeit ein und zeigt dir die Gegend oder es gibt ein gutes Essen im Kreise der Familie. Ich weiß noch unsere erste Kontrolle beim Zoll, es war 1986 oder 1987 eigentlich eine Lachnummer für die Beamten und für uns. Es wurde alles untersucht, das Armaturenbrett von unten mit einem Spiegel, die Unterseite der Sitze und der Innenraum. Ja und dann kam der Kofferraum (Gurken waren zu dieser Zeit in Schweden teuer). Wir hatten drei Gläser vom Aldi im Kofferraum und bei jedem Glass kam die Frage: „Gurkis?“ Antwort: „Ja Gurkis.“ Als dann noch drei Schlangengurken zum Vorschein kamen hat der Zöllner das Handtuch geworfen und wir konnten wieder einladen.

Die Wohnungen und Ferienhäuser waren zu dieser Zeit noch unverschlossen und einen Schlüssel gab es nicht. Wenn man in eine Stuga einzog, wurde das Schild auf „Besetz“ gedreht und das war’s.

Angelscheine gab es für die gesamte Kommune und nicht nur für einzelne Abschnitte.

Geändert hat sich dies eigentlich erst mit der Zunahme der Touristen und der Öffnung zum Osten. Eine Geldbörse konnte man noch eine Woche auf einen Gartenzaun legen und dann abholen, sie lag immer noch da. Ob das heute noch so ist?

Ich kann mich noch daran entsinnen, wie unser Vermieter Ragna in Dalarna sagte: „Ihr müsst jetzt eure Wohnung abschließen. Die Beerenpflücker sind da.“ Es waren die Besucher mit dem kleinem schwarzen Nummernschild am Auto. Seit dieser Zeit fahren wir etwas weiter in den Norden bis Mittelschweden oder weiter. Die Preise für eine Wohnung sind mir in den letzten Jahren an der Küste eh zu hoch geworden. Etwas was es auch seit einiger Zeit gibt, sind die Schilder auf den Rastplätzen, welche den Besucher auffordern keine Wertsachen im PKW zu lassen. Ja und dann fällt mir noch die  Raststätte ein, wo ich eigentlich Frühstücken wollte aber erst ein dringendes Bedürfnis hatte. Ich war kaum im Laden und zur Toilette unterwegs kam auch schon eine Stimme vom Tresen: „Das kostet 5 Kronen.“ Ich habe mein Bedürfnis hinter dem Haus erledigt und gefrühstückt haben wir auch einige Kilometer weiter. Ja und dann gibt es natürlich auch die guten Deutschen, welche meinen „mit Geld gehört mir die Welt“. Na ja alles ändert sich, ich ändere mich auch und die Schweden versuchen Ihr Land sauber zu halten. Ich denke es wird klappen.