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Wildwechsel |
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Mit dem Angeln hatte es bisher noch nicht so richtig geklappt. Es gab zwar fast 30 Gewässer auf dem Angelschein, aber das Richtige hatte ich wohl noch nicht gefunden.Außer
ein paar Weißfischen und kleinen Barschen noch kein richtiger Biss und
das im Urlaub in Schweden. Etwas größer sollten die Fische hier schon
sein. So ca. 4 km von unserem Ferienhaus entfernt gab es einen kleinen
Fluss,
welcher nach etwa 5 km in einen See mündete. Dort sagte mir unser
Vermieter sollte es schöne Forellen geben. Die Sache hatte nur einen
Haken: Der Fluss hatte auf beiden Seiten einen breiten Schilfgürtel und
das Angeln von einem Boot aus war nicht erlaubt. Am
Sonntag nach dem Bingo (einmal die Woche Bingo muss sein) habe ich meine
beiden Damen in die Stadt zum Bummel geschickt. Danach bin ich dann direkt
zum Flussufer, Stiefel an und die Strecke abgehen. Nach ca. einer Stunde
dann die Angelstelle eine kleine Landzunge: So ca.10 m breit, ohne Schilf
natürlich auf der anderen Uferseite. |
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Am Montagmorgen um 5 Uhr dann das Übliche: Aufstehen Kaffeekochen, Frühstücken Thermoskanne füllen. Alles ganz leise. Stimme aus dem Hintergrund: Wo
willst du denn schon hin? Es ist doch erst 5 Uhr! – Angeln! - Kannste auch nach dem Frühstück machen. Die Fische sind doch
dann auch noch da. |
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Bis acht Uhr kein Fisch, das Wasser sieht aus wie das tote Meer. Es rührt sich nichts. Naja trinken wir erstmal Kaffee. Ich schaue von meinem Stuhl aus auf die Straße auf der anderen Uferseite, welche so ungefähr 25 Meter entfernt ist. Es ist kaum Verkehr. Auch auf dem Bauernhof hinter dem Feld rührt sich nichts. |
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Aha, die Pose mit den Krabben ist unter Wasser. Anschlagen und das Quietschen von Bremsen sind eins. Ich hatte einen kleinen Barsch und der Autofahrer auf der Straße einen schönen Rehbock vor dem Kühler. Nicht, dass ich neugierig wäre, aber mein erster Griff war der zum Fernglas. Der Pkw-Fahrer sah sich seinen Schaden an war nicht sehr viel. Er nahm sein Handy aus der Tasche und telefonierte (ich denke mit der Polizei), danach ging er zum PKW und holte eine Kamera. Der Unfall wurde von allen Seiten festgehalten. Als nächstes ging es zum Kofferraum und eine weiße Plastiktüte kam zum Vorschein (ich dachte noch viel zu klein für den Bock) aber nein die Tüte wurde an dem Hinterlauf befestigt und das Tier an den Straßengraben gezogen. Da lag es jetzt gut sichtbar durch die weiße Markierung. Der Fahrer begab sich in sein Fahrzeug und setzte seinen Weg fort. Ich legte meinen Feldstecher auch fort und versuchte mein Glück mit der Fliegenrute. Keine 10 Minuten später die erste Forelle: Knappe 400 Gramm. Vorsichtig den Haken lösen und wieder ins Wasser. In 2 Jahren kann sie noch mal vorbeischauen. |
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In
der nächsten halben Stunde tut sich nichts. Ich begebe mich auf meinen
Stuhl um die Fliege zu wechseln. Automatisch
schaue ich auf die Straße bzw. auf die weiße Tüte am Bock. Ich sehe im
Feld eine Mütze dann bewegt sich die weiße Tüte und kurz darauf sind
die Mütze und die Tüte nicht mehr zusehen. Fliegenrute ins Gras und den
Feldstecher ans Auge sind eins, ich meine das sich die Mütze in Richtung
Bauernhof bewegt hat, aber sicher bin ich mir natürlich nicht (wie auch
bei der Entfernung). Ich
binde meine neue Fliege an die Schnur versorge meine kleine Rute mit neuen
Krabben und weiter geht es. Kaum das die Krabben im Wasser sind ist die Pose auch schon weg und der Fisch nimmt Schnur.
Nach 5 Minuten ist eine schöne Forelle im Netz fast drei Pfund das
Mittagessen ist gesichert.
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Auch
auf der Straße gegenüber ist jetzt Leben. Jemand geht den Straßengraben
auf und ab man könnte meinen er sucht etwas. Es
dauert so etwa 10 Minuten dann kommt er ans andere Ufer und ruft mir etwas
zu, natürlich in schwedisch (ich glaube von einem Unfall oder so) ich
rufe zurück: „Sprechen Sie Deutsch?“ Antwort: „Sprechen Sie
Englisch?“ Antwort: „Tut mir leid. Ich verstehe Sie nicht!“ (Ende
der Unterhaltung) Fische
habe ich während der nächsten Stunde nicht mehr gefangen und meine
Sachen gepackt. In
den nächsten Tagen war ich noch einige Male am Abend mit gutem Erfolg am
Wasser. Mitgenommen habe ich aber keinen Fisch mehr. Ich bin der einzige
Fischesser in der Familie, aber jeden Tag mag ich auch keinen Fisch. Aber eines habe ich gelernt: Ich weiß jetzt genau, was ein Wildwechsel ist.
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